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Erbgut der Honigbiene entziffert

Das Erbgut der Honigbiene ist entziffert (Apis mellifera). Die Erbgutanalyse wurde vom Honeybee Genome Sequencing Consortium vorgestellt.

Mit etwa 300 Millionen DNA-Bausteinen ist das Bienen-Genom nur ein Zehntel so groß wie jenes des Menschen. Die Biene besitzt rund 10.000 Gene. Das entzifferte Genom weist außerdem darauf hin, dass die westliche Honigbiene ursprünglich aus Afrika stammt und sich von dort in zwei unabhängigen Wanderungen nach Europa ausgebreitet hat, berichtet Robinsons Kollege Charles Whitfield im Fachblatt "Science"

Mensch und Biene

Die Honigbiene und der Mensch haben mehr gemein, als man vermutet. Sie leben in sozialen Gesellschaften und müssen mit dem Altern, sozialem Fehlverhalten oder der schnellen Ausbreitung von Infektionskrankheiten fertig werden.
Nach Angaben des internationalen Bienengenom-Konsortiums unter der Leitung der US-Forscher George Weinstock und Gene Robinson, teilt die Biene 47,5 Prozent ihrer Gene mit dem Menschen.
Das Genom der Honigbiene werde der Medizin bei der Bekämpfung von Vergiftungen und Allergien, geistigen Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Parasiten und in der Altersforschung helfen, erwarten die Forscher.

 

Mehr Väter, mehr Honig

Werden Bienenköniginnen von mehreren männlichen Bienen (Drohnen) begattet, erhöht das die Überlebenschance ihres Volkes. Das berichten Forscher im US-Journal "Science" (Vol 317, Nr. 5835). Bislang galt, dass ein Bienenvolk mit einer Königin und einer Drohne besonders erfolgreich ist. Bei der Studie an 21 Völkern entdeckten US-Forscher, dass die erfolgreicher bei der Futtersuche, dem Bau von Waben und der Produktion von Honig waren, deren Königin von mehreren Drohnen befruchtet worden war.

 

Rätselhafter Exitus der Bienen

In den USA ist die Mehrzahl aller Bienen verschwunden. Weil eine klare Ursache fehlt, spekulieren Forscher über das Ende der Insektenart - ein Ende mit möglichen Konsequenzen für die Menschheit.

Es ist ein unheimliches Phänomen, das die Bienenvölker heimsucht: Die Wissenschaftler nennen es "Colony Collapse Disorder": ein Sterben, das keine Spuren hinterlässt.

Sie sind weg. Haben den Stock alleingelassen, die junge Brut nicht mehr versorgt. Sind nie wieder aufgetaucht, die älteren, erwachsenen Bienen. Haben auch keine Toten zurückgelassen. Millionen und Abermillionen Bienen sind in Nordamerika einfach verschwunden im Lauf der vergangenen Monate. Und immer mehr amerikanische Imker, die in diesen ersten warmen Wochen nach dem Winter zum erstenmal ihre Bienenstöcke wieder öffnen, berichten dasselbe. "So etwas habe ich noch niemals gesehen", sagte der kalifornische Bienenzüchter David Bradshaw schockiert einer Zeitung. ,,Ein Stock nach dem anderen war einfach leer. Es sind keine Bienen mehr daheim.‘‘
An der amerikanischen Westküste sind fast 60 Prozent der Bienenvölker kollabiert, an der Ostküste und in Texas sind es mehr als 70 Prozent. Mehr als die Hälfte aller Bundesstaaten ist betroffen und Teile Kanadas. Dasselbe passiert auch in Spanien und in Polen. Aus der Schweiz gibt es die ersten Berichte und auch aus Deutschland - nur hat das Bienensterben bisher nirgendwo solche Ausmaße wie in den USA.

"Das Bienensterben kann eine Warnung an uns sein"

Es ist ein seltsames, geradezu unheimliches Phänomen, das die Bienenvölker heimsucht. Die Wissenschaft hat ihm jenen Namen gegeben, den sie reserviert hat für etwas, das sie noch nicht, vielleicht nie erklären kann: disorder, Störung. Man spricht vom ,,Colony Collapse Disorder‘‘, von einer Störung namens Bienenvolk-Kollaps, kurz CCD. Über die Symptome weiß man ziemlich viel: In betroffenen Kolonien fehlen alle erwachsene Bienen, und es liegen auch, wie normalerweise üblich, keine toten Bienen in der Nähe. Die Bienen fliegen fort und sterben irgendwo draußen. Vorräte an Honig sind da, und die nicht ausgewachsenen Bienen, die nun verhungern. Eine Kolonie, die mitten im Zusammenbruch steckt, mag von außen ganz normal wirken. Aber innen gibt es viel zu wenige, viel zu junge Arbeiterinnen. Und schließlich kommt etwas Eigenartiges hinzu: Normalerweise werden die Stöcke eines Volkes, das an Krankheiten stirbt oder in einem kalten Winter verhungert, sofort von anderen Bienen oder Stockräubern ausgeplündert oder von Plagen wie Wachsmotten übernommen. Diesmal aber dauert es mindestens zwei Wochen, bis die Plünderer kommen.
Was die Ursachen für das Verschwinden sind, darüber weiß man fast nichts. Aber man weiß, dass es eine Katastrophe wäre, wenn die Honigbienen für immer verschwänden. Eine Katastrophe auch für den Menschen. ,,Früher‘‘, sagt May Berenbaum, Leiterin des Instituts für Entomologie an der Universität Illinois, ,,waren es die Kanarienvögel in den Minen. Wenn sie starben, dann wussten die Bergarbeiter, dass etwas passieren würde. Manche von uns glauben, dass die Bienen heute diese Funktion haben.‘‘ Die Aufmerksamkeit, die die Medien ihr und anderen Bienenforschern in den vergangenen Wochen entgegengebracht haben, verunsichert May Berenbaum. Vorsichtig sagt sie: ,,Das Bienensterben könnte eine Warnung an uns sein, dass etwas sehr aus dem Gleichgewicht geraten ist.‘‘

Milben sind es diesmal nicht

Es geht nicht nur um die Bedrohung einer Tierart, auch nicht um das Bienensummen im Frühling oder den Honig, der uns fehlen wird - zumindest ökonomisch gesehen ist er ein angenehmes, aber eher unwichtiges Nebenprodukt. Die Menschen brauchen die Bienen dringend, denn etwa ein Drittel der menschlichen Nahrung ist direkt oder indirekt von ihnen abhängig: Äpfel, Birnen, Pflaumen, ein Großteil des Obstes werden zwischen 80 und 90 Prozent von Zuchtbienen bestäubt, ebenso Mandelbäume, Melonen, Paprika, Kürbisse, Himbeeren und etwa 90 andere Obst- und Gemüsearten - aber auch Viehfutter wie Klee oder das in den USA verbreitete Alfalfa.
,,Wenn Sie einen Hamburger essen‘‘, sagt Berenbaum, ,,dann verdanken Sie das indirekt den Bienen.‘‘ Manche Farmer versuchen, die Bäume mit Hilfe riesiger Ventilatoren zu bestäuben, oder sie experimentieren mit Hummeln und anderen Insekten. Aber wirkliche Alternativen zur Bestäubung durch Bienen gibt es nicht, Wildvölker existieren kaum noch, schon gar nicht in den riesigen Monokulturen, und andere Insekten würden diese Mengen nicht schaffen. Den durch Bienenpollination erwirtschafteten Wert schätzen Forscher allein für die USA auf bis zu 18 Milliarden Dollar. In Europa sind es immerhin bis zu fünf Milliarden Euro.

Quelle:  URL: /wissen/artikel/352/105247/article.html  Datum: 22.03.2007 - 09:44 Von Petra Steinberger

 

Erdbebenfeste Bienenwaben

Ein internationales Team von Wissenschaftlern um den Würzburger Bienenforscher Jürgen Tautz ist bei der Entschlüsselung des Bienentanzes ein weiteres Stück vorangekommen. Tautz wollte wissen, wie eine Sammlerin durch Tanzen im Bienenstock andere Tiere auf sich aufmerksam macht, um ihnen eine neue Futterquelle zu zeigen. Dabei fand er heraus, dass die Biene durch ihr Tanzen auf der Wabe Schwingungen in einem raffinierten zweidimensionalen Muster erzeugt: Gegenüberliegende Wände schwingen immer gleichsinnig, während bei einigen wenigen Wabenzellen in der Nähe der Vibrationsquelle die Bewegungen genau gegenläufig sind. Dies wirkt auf die Bienen im Stock wie ein Blinklicht, dem sie zur Tänzerin folgen können. Tautz hatte für seine Untersuchungen zwei identische Laser- Doppler- Vibratiometer zur Verfügung und konnte so die Bewegung an zwei Wabenpunkten gleichzeitig messen. Für die Ergebnisse der Wissenschaftler interessieren sich bereits amerikanische Architekten. Weil sie erdbebenfeste Hochhäuser konstruieren wollen, möchten sie mehr darüber erfahren, wie Bienen ihre Waben bauen und wie sie Schwingungen weiterleiten oder dämpfen. [Aus Bild der Wissenschaft 2/2002]

 

Honig schmiert Antibiotikum um Zähne

Forschungsergebnisse der Universität von Waikato in Neuseeland haben gezeigt, dass Honig die Bildung von Plaque-Bakterien auf Zähnen stoppt. Zusätzlich soll er die bakterielle Säurebildung reduzieren und damit die Entstehung von Dextran hemmen. Mit Hilfe dieses Sekretes bleiben Bakterien an der Zahnoberfläche haften. Bestimmte Honigarten könnten so in der Behandlung von Peridontalerkrankungen und Zahnanzündungen Einsatz finden.

 

Honig in der Heilbehandlung

Als erstes Land der Welt führt Australien Bienenhonig unter dem Markennamen Medihoney in der offiziellen Medikamentenliste. Aus Honig vom Teebaum entwickelten Forscher der Universität Waikato, Neuseeland, den heilenden Honig. [Quelle: Marcel Falk und Newswise]

 

Antibiotikum in chinesischem Honig nachgewiesen

Hamburg (Reuters) - In Schleswig-Holstein sind in chinesischem Honig Rückstände des gesundheitsschädlichen Antibiotikums Chloramphenicol nachgewiesen worden. Das Kieler Umweltministerium teilte am Mittwoch mit, bei Untersuchungen von 300 bis 400 Tonnen chinesischen Honigs habe sich ein Anfangsverdacht bestätigt. Der Honig sei bei den Händlern und Importeuren inzwischen gesperrt worden. Das Bundesverbraucherschutzministerium sei über den Vorfall informiert worden und habe daraufhin das in der Europäischen Union (EU) geltende Schnellwarnsystem in Gang gesetzt. Parallel dazu seien die zuständigen Behörden in anderen Bundesländern informiert worden.

 

Futterquelle für 112 Insektenarten

Die mehrjährigen, hohen, dicht belaubten und mit Dornen besetzten Sträucher sind ein ausgezeichnetes Vogelschutzgehölz, in das sogar die Haselmaus ihr Nest baut. 112 Insektenarten, so eine Studie, besuchen die pollenreichen Blüten - für Bienen ist sie im Frühjahr sogar eine der Hauptfutterquellen. Und auch wir nutzen die Hundsrose: Aus den Vitamin-C-Reichen Hagebutten lassen sich wohlschmeckende Tees und Marmeladen herstellen. [Ausgabe vom 27.06.2002, Ressort Nachrichten]

 

Dunkler Honig

Wie die Forscher im Journal of Agricultural & Food Chemistry berichten, verlangsamt vor allem dunkler Honig die Oxidation der so genannten low-densitiy Lipoproteine (LDL). Dieser Prozess führt zur Ablagerung atherosklerotischer Plaques in den Gefäßwänden. Als Plaques werden Ablagerungen bezeichnet, die durch die Reaktion von Cholesterin mit Sauerstoff entstehen. Mit Hilfe einer präzisen Messmethode stellte das Team um die Lebensmittel-Chemikerin Nicki Engeseth fest, dass die Antioxidantien in Honig jenen in vielen Fürchten und Gemüsen entsprechen und so auch die Fähigkeit besitzen, die Aktivität von hochreaktiven Molekülen, den so genannten freien Radikalen, abzusenken. [11.04.2002, Stern]

 

Besonderes Brutwärmeverhalten bei Kälte Heiße Bienen sorgen für Nestwärme

Besonderes Brutwärmeverhalten bei Kälte Heiße Bienen sorgen für Nestwärme Düsseldorf (rpo). Bienen haben's gerne schön warm. Vor allem der Nachwuchs liebt Temperaturen um 35 bis 36 Grad Celsius. Wenn es im Brutbereich des Bienenstocks zu stark abkühlt, behelfen sich die Arbeiterinnen auf ganz besondere Weise. Sinkt die Temperatur im Brutbereich des Stocks zu stark ab, dann beginnen Arbeiterinnen mit einem speziellen Brutwärmeverhalten: Sie heizen ihren Körper auf und drücken ihn gegen die Deckel der Wabenzellen, in denen sich die Brut befindet. Das hat die Zoologin Brigitte Bujok von der Uni Würzburg beobachtet. Die Bienen erzeugen die Wärme in ihrem Brustteil (Thorax) mit einem eleganten Trick: Sie bewegen ihre Flugmuskulatur, haben aber zuvor die Flügel davon abgekoppelt. So entsteht Wärme ohne Flügelschlag, denn diese Bewegung würde wiederum kühlend wirken. Wie Brigitte Bujok weiter beobachtet hat, drücken sich die aufgeheizten Arbeiterinnen dann mit dem Thorax auf die Brutdeckel und verharren für einige Minuten in dieser Position. Durch dieses Verhalten erwärmen sich die Brutdeckel im Vergleich zu umliegenden, nicht unmittelbar gewärmten Stellen um bis zu 3,2 Grad Celsius. Die Spitzen der Antennen ruhen dabei entweder unbewegt auf den Brutdeckeln oder bewegen sich langsam hin und her - so nehmen die Bienen wahrscheinlich Informationen über ihre Brut auf. http://www.bbv-net.de/news/wissenschaft/erde/2002-0429/bienen.html = © rp-online, ap, dpa, sid 02.05.02

 

Bienentod per Post

Ein Käfer könnte Deutschlands Bienenvölker dezimieren, warnt das Greenpeace-Magazin in seiner neuen Ausgabe. Der nur sechs Millimeter große, rotbraune Bienenbeutenkäfer(Aethina tumida) wurde aus seiner Heimat Afrika bereits in die USA eingeschleppt und wütet dort unter den Bienenvölkern. Da deutsche Imker routinemäßig billige Bienenvölker aus Übersee, sogenannte Paketbienen, importieren, sei es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Käfer auch in Europa ausbreite.

 

Gen-Honig aus Kanada in deutschen Supermärkten

Rapshonig aus Kanada ist mit gentechnisch veränderten Bestandteilen belastet. Der Honig enthält Pollen von Raps Sorten, die in Europa nicht zugelassen sind. Dies ergaben aktuelle Analysen von Greenpeace Betroffen sind: "Kanadischer Raps-Klee-Honig" der Firma Biophar "Clover Crest Kanadischer Kleehonig" der Firma Breitsamer Diese Honige stehen in den Supermarktregalen ohne Kennzeichnung der Genveränderung. Der Grund dafür liegt in einer absurden Gesetzeslücke: Nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums muss Honig nicht gekennzeichnet werden, weil Pollen von Gen-Raps keine veränderten Organismen im Sinne des Gesetzes sind.
 

Temperatur entscheidet über Klugheit

Honigbienen können das Lernverhalten und die Kommunikationsfähigkeit ihrer  Nachkommen selbst bestimmen. Entscheidend ist dabei die Temperatur, bei der sich die Bienenpuppen entwickeln. Wachsen die Insekten bei höchstens 34,5 °C heran, dann vergessen sie ihr angelerntes Wissen leichter und führen weniger wirksame Schwänzeltänze auf. Die klügsten Bienen entwickeln sich aus Puppen, die bei 36 °C gehalten werden. Das berichtet die Arbeitsgruppe des Zoologen J. Tautz vom Biozentrum der Uni Würzburg.

 

Honig kann gegen Krebs helfen

Die amerikanische Biochemikerin Heidrun Gross (University of California) hat 25 Testpersonen einen Monat täglich vier Esslöffel Buchweizenhonig verabreicht. Er enthält Polyphenole, die auch in Obst stecken. Ergebnis: Je höher der Gehalt an Polyphenolen im verabreichten Honig, umso höher auch der Anteil polyphenoler Antioxidatien im Blut, die helfen Krebs und andere Krankheiten zu verhindern. Quelle „natur und kosmos“

 

Forscher: Bienen sind doch keine genialen Baumeister

Wie die Universität Würzburg am Dienstag bekannt gab, haben Forscher herausgefunden, dass Bienen keine exakten sechseckigen Zellen bauen, sondern runde Zylinder. Danach erwärmen die Bienen das Wachs, es beginnt zu fließen und nimmt automatisch die energetisch sparsamste Form eines Sechsecks an. (Würzburg/dpa)

 

Geburtenkontrolle bei Bienen: Faule Eier werden gefressen

Allerdings legt jede tausendste Biene im Laufe ihres Lebens selbst einmal Eier. Die sind unbefruchtet und würden sich zu männlichen Bienen entwickeln. Tautz: "Diese Eier einer Arbeitsbiene stehen aber den Schwestern der 'Legerin' genetisch gesehen nicht so nahe wie die Eier der Königin. Die Theorie der Verwandtenselektion sagt konsequent vorher, dass demnach die Tanten ihre Neffen bereits im Eistadium töten sollten - und das tun sie auch." Es hat nach den nun publizierten Ergebnissen den Anschein, dass die Bienen eine für das Überleben der Kolonie wichtige Verhaltensweise einsetzen, um die nicht entwicklungsfähigen Eier ihrer Schwestern zu entfernen. Dabei vernichten sie "so ganz nebenbei" auch die wenigen entwicklungsfähigen Eier und damit die aus Sicht einer Biene genetisch nicht-unterstützenswerten Nachkommen. Veröffentlicht von: Robert Emmerich 09.06.2004 Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

 

Bienen fliegen nach Landkarten im Kopf

Bienen prägen sich deutschen Forschern zufolge Landkarten ein, um sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden. Sie orientieren sich anhand markanter Stellen der Landschaft und erreichen so ihr Ziel. Die Tiere können viel mehr, als wir je erwartet haben, sagte Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin zu seinen in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) veröffentlichten Ergebnissen. Sie haben eine Gedächtnisstruktur für den Raum in ihren Köpfen, den wir als Karte bezeichnen würden." Bisher hatten die Wissenschaftler angenommen, dass Bienen sich hauptsächlich an aus Flugrichtung und Entfernung errechneten Richtungspfeilen (Vektoren) orientieren. 

 

Mit Bienen gegen Krebs

Honigbienen könnten in Zukunft bei der Produktion von Krebsmedikamenten helfen: Die natürlichen Erzeugnisse der Bienen wie Honig und Bienengift reduzieren bei Mäusen das Wachstum von Krebstumoren und die Ausbreitung von Tochter-Geschwüren. Darauf deutet eine Studie kroatischer Forscher hin. Die mit den Produkten behandelten Mäuse lebten zudem länger als unbehandelte krebskranke Mäuse. Über ihre Ergebnisse berichten Nada Oršoliæ von der Universität von Zagreb und ihre Kollegen im Fachmagazin Journal of the Science of Food and Agriculture (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1002/jsfa.2041).

 

Pilz gegen Varroa-Milbe

Wissenschaftler der Florida A&M UNiversity in Tallahassee stellten in der Oktober-Ausgabe (2004) des "Agricultural Reasearch"-Magazins einen neuen Bekämpfungsansatz gegen die Varroa-Milbe vor...
Die Wissenschaftler arbeiten an neuen Strategien um den gefürchteten Bienenparasiten, die Varroa-Milbe, besser kontrollieren zu können. Dabei wurde ein für die Milbe hoch pathogener Pilz Metarhizium anisopliae identifiziert. Weder die Sporen noch der Pilz scheinen das Bienenvolk zu gefährden oder zu beeinträchtigen. Die Wissenschaftler hängten Klebestreifen mit den Sporen in die Bienenvölker. Die Bienen verbreiteten beim Versuch, die Streifen zu entfernen, die Sporen im ganzen Volk. Während das Volk selbst offenbar unbeschadet weiterlebte, starben die Milben bereits nach 3 bis 5 Tagen. Der Pilz zeigte noch 42 Tage nach dem Einbringen in das Volk einen wirksamen Schutz gegen die Milbe. Nun wird der Kontakt zu Firmen gesucht um die diesen Ansatz kommerziell weiter zu verfolgen. Quelle: J.W

 

Bienen haben besondere Hirnfähigkeiten

Gesichter sind einprägsam. Sich Hunderte von individuellen Gesichtszügen zu merken, fällt den meisten Zeitgenossen nicht sonderlich schwer. Verdankt der Mensch diese erstaunliche Fähigkeit womöglich der speziellen Bauart seines Gehirns? Schließlich lösen einschlägige Aufgaben stets in einer ganz bestimmten Gehirnregion emsige Aktivität aus. Das zeigte die funktionelle Kernspin-Tomographie, ein Verfahren, das den aktuellen Sauerstoffbedarf des Gehirngewebes misst. Anscheinend bedarf es aber keiner allzu großen geistigen Kapazitäten, menschliche Gesichter identifizieren zu können. Sogar Bienen sind dazu fähig, wie unlängst Adrian Dyer von der La Trobe University in Victoria herausgefunden hat. Gemeinsam mit Christa Neumeyer von der Universität Mainz und Lars Chittka von der University of London machte er sich zunutze, daß Honigbienen bereitwillig lernen, wo eine süße Belohnung winkt (“Journal of Experimental Biology“, Bd.208, S.4709). Von Diemut Klärner 07. März 2006

Faible für komplexe Muster. In langwierigem Training präsentierte Dyer seinen Versuchstieren schwarz-weiße Porträts, ausgewählt aus einem Sortiment, das ursprünglich für menschliche Probanden konzipiert war. Fünf von sieben Bienen steuerten schließlich mit großer Zuverlässigkeit ein bestimmtes Gesicht an, um sich dort konzentrierte Zuckerlösung abzuholen. Als sie diese Lektion gelernt hatten, gelang es den Bienen auch, die bekannten Gesichtszüge von anderen zu unterscheiden. Eine erstaunliche Leistung für ein Gehirn, das mit weniger als einer Million Nervenzellen auskommen muß, statt wie das des Menschen auf einige Milliarden zurückgreifen zu können.

Bestimmte Feldwespen der Gattung Polistes können einander an ihrer schwarz-gelben Zeichnung wiedererkennen. Die Physiognomie von Menschen war für Insekten bislang aber sicher nie von Bedeutung. Daß Bienen dennoch bis zu einem gewissen Grad individuelle Gesichtszüge unterscheiden können, verdanken sie wohl ihrem Faible für komplexe Muster. Ohne einen ausgeprägten Sinn für Details wäre es Honigbienen nicht möglich, verschiedenartige Blüten zu identifizieren. Text: F.A.Z., 08.03.2006, Nr. 57 / Seite 38 Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

USA: Traurige Zukunft für Hummeln und andere Bestäuber

US-Wissenschaftler haben errechnet wie hoch der Dienstleistungswert von Hummeln und anderen Insekten in den USA ist. Demnach leisten die Insekten Bestäubungsdienste, die etwa 57 Mrd. Dollar wert sind. Traurige Bilanz am Rand: Von den fünf Hummelspezies, die in den USA heimisch sind, nehmen die Populationen von zwei Arten rapide ab und eine ist vom Aussterben bedroht. Ithaca/New York (pte/03.04.2006/11:51)

 

Kilometerzähler der Honigbienen entdeckt

[ www.wissenschaft-online.de/artikel/343684 ]

Mit der Entdeckung des "Kilometerzählers" haben die Wissenschaftler ein Rätsel gelöst, das dem Nobelpreisträger Karl von Frisch schon vor mehr als 50 Jahren Kopfzerbrechen bereitete: Von Frisch hatte entdeckt, dass Honigbienen, die eine bis zu mehrere Kilometer vom Bienenstock entfernte Futterquelle aufspüren, zum Stock zurück kehren und dort durch den so genannten Schwänzeltanz weitere Sammelbienen über die Futterquelle informieren. Der Tanz enthält auch Angaben über die Entfernung zwischen Stock und Futterplatz. Bis heute war aber unklar, wie die Bienen die geflogene Entfernung überhaupt messen können.

Lange galt die Auffassung, dass es der "Treibstoffverbrauch" während des Fluges sei, den die Bienen als Maß für die zurück gelegte Strecke nutzen. Anfang der 90er Jahre brachte dann der aus München stammende Biologe Harald Esch den neuen Gedanken in die Diskussion ein, dass die Messung der Entfernung über das Sehen der im Flug vorbei ziehenden Landschaft erfolgen könnte. Aber alle bisherigen Versuche, eindeutig zwischen diesen beiden Möglichkeiten zu unterscheiden, blieben erfolglos.

Den Durchbruch hat laut dem Würzburger Bienenforscher Jürgen Tautz nun eine Kombination aus zwei sehr unterschiedlichen Versuchsansätzen gebracht: der australische Sinnesbiologe Mandyam Srinivasan und seine Mitarbeiter erforschen seit Jahren, wie exakt Honigbienen einen Futterplatz wieder finden können, der in einem engen Tunnel plaziert ist (Science vom 4. Februar 2000). Beim Flug durch den Tunnel sehen die Bienen ein Streifenmuster an den Wänden, das sie als Orientierungshilfe nutzen. Tautz erforscht mit seinen Mitarbeitern am Biozentrum der Universität Würzburg die nach wie vor mit vielen Rätseln behaftete Tanzsprache der Honigbienen. Zur Bearbeitung des Problems, wie die Bienen im Gelände die Informationen über den Flugweg sammeln, um diese später an ihre Stockgenossinnen weiter geben zu können, taten sich die Würzburger Biologen mit der australischen Gruppe zusammen.

Die Bienen fliegen im Experiment durch einen sechs Meter langen Tunnel zu einer kleinen Schale mit Zuckerwasser. Die Wände des Tunnels sind mit einem unregelmäßigen Muster aus weißen und schwarzen Quadraten bedeckt. Die Bienen fliegen durch den Tunnel zurück in den Stock und berichten dort im Tanz über die Futterstelle. Überraschenderweise führen sie dabei solche Schwänzeltänze auf, die ausschließlich Futterstellen anzeigen, die weiter als 100 Meter entfernt liegen. Also müssen die "Tunnelfliegerinnen" glauben, sie wären weiter als 100 Meter geflogen. Da im Flug über freies Gelände die Länge der Schwänzelphase exakt mit der Flugstrecke wächst, konnten die Forscher die Bienen sogar "fragen", wie weit sie denn geflogen zu sein glaubten. Dabei zeigte sich, dass die Bienen den Sechs-Meter-Flug durch den gemusterten Tunnel für einen Flug über eine Distanz von 200 Metern gehalten hatten!

Tautz: "Es ist das an den fliegenden Bienen vorbei ziehende Bild der Umgebung, der so genannte optische Fluss, den die Bienen als Kilometerzähler nutzen." Dies könne man zeigen, indem man die Wände des Tunnels mit Streifen bedeckt, die parallel zur Flugrichtung liegen. Dieses Muster erzeugt keinen optischen Fluss, und die Sammelbienen tanzen dann konsequenterweise keinen Schwänzel-, sondern einen Rundtanz. Mit einem solchen Tanz beschreiben die Bienen Futterquellen, die näher als 100 Meter am Stock liegen.

Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass der optische Kilometerzähler von der Fluggeschwindigkeit unabhängig ist - genau wie der Kilometerzähler von Autos, der die Radumdrehung unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit misst. Anders als bei Autos funktioniert der Kilometerzähler der Honigbienen aber nicht absolut, sondern auf die Umgebung bezogen: Fliegt eine Biene durch dichte Vegetation, so kommen durch die Nähe von Bäumen und Büschen starke Bildverschiebungen zu Stande. Bei einem Flug über freies Gelände gilt das Umgekehrte. Als Resultat zeigt der Kilometerzähler unterschiedlich lange Flugwege bei identisch langen Flugstrecken an - je nachdem, wie die Umgebung aussieht.

Dies sei aber, so Tautz, kein Konstruktionsfehler, sondern eine höchst raffinierte Anpassung. Der scheinbare Fehler sei für die "Bienensprache" ohne Belang, da die Bienen, die nach den Angaben der Tänzerin ausfliegen, die Kilometerangabe ja im selben Biotop wie die Tänzerin abarbeiten, also genau den gleichen "Fehler" machen und somit zur gleichen Distanzangabe wie die Tänzerin gelangen. Außerdem arbeite ein Kilometerzähler, der sich der jeweiligen Komplexität der Landschaft anpasst, enorm ökonomisch: So werde im Gedächtnis der Bienen nie mehr Speicherplatz belegt als nötig.

Quellen: Universität Würzburg