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Hornissen

Die ersten Hautflügler (Hymenoptera) flogen schon etwa vor 235 Millionen Jahren durch die Lüfte.

Pflanzenwespen gibt es schon seit der Oberen Trias (vor etwa 220 Mio. Jahren). Die Weibchen der weltweit vorkommenden Pflanzenwespen besitzen einen Legebohrer, mit dessen Hilfe sie die Eier in Pflanzen versenken. Vor etwa 200 Millionen Jahren tauchten dann die ersten sozialen Insekten, die Termiten auf. Faltenwespen sind vor etwa 120 Millionen Jahren (ab der unteren Kreidezeit) in Erscheinung getreten. Ebenso gab es nun die ersten Ameisen und Bienen. Nach heutigem Erkenntnisstand der Wissenschaft haben diese drei Insektengruppen gemeinsame Vorfahren, wobei sich wohl die Bienen zuerst abspalteten und die Wespen und Ameisen eine längere gemeinsame Entwicklung durchliefen.

Das größte staatenbildende Insekt in Europa ist die Hornisse (Vespa crabro).

Hornissen sind anhand ihrer Größe (Königin bis 35mm; Arbeiterin bis 25mm, Drohn bis 28mm) und an der braun-gelben Färbung gut von anderen Wespenarten zu unterscheiden. Hornissen sind Fleischfresser, die ihre Brut mit Fleischsaft (tierisches Eiweiß) von Beutetieren ernähren.

Ende April, Anfang Mai bei höheren Temperaturen erwachen die vorjährigen Jungköniginnen aus der Winterstarre. An geschützten Stellen mit Frostschutzmittel im Blut haben sie auf Sparflamme den Winter überlebt. Sie nehmen Energie durch Pflanzensäfte auf und beginnen mit Erkundungsflügen um einen Nistplatz zu finden. Ist ein geeigneter Platz gefunden (Baumhöhle, künstlicher Nistkasten, Mauerhohlraum) beginnt die Königin mit dem Nestbau. An einem Stiel, von der Decke hängend, baut sie bis zu 50 sechseckige Zellen mit der Öffnung nach unten. In jede Zelle legt sie ein Ei aus der nach einigen Tagen die Larven schlüpfen. Bis zur Verpuppung werden sie von der Königin allein gepflegt. Sind die ersten Hornissen (alles weibliche Insekten) geschlüpft übernehmen diese mehr und mehr alle Arbeiten. Die Königin hat damit die gefährlichste Zeit überstanden und fliegt nicht mehr aus. Die Arbeiterinnen erweitern das Nest mit weiteren Waben (Tellerwaben untereinander mit den Zellenöffnungen nach unten) und übernehmen die Nahrungsbeschaffung und die Brutpflege. Das Nest kann bis zu 700 Tiere zählen, und 70 cm hoch werden. Bei Raummangel können Hornissen Filialen bilden. Der Grundstoff für das Nestmaterial ist durchgekautes Holz mit Speichel vermischt. Das Hornissenvolk erreicht seinen Höhepunkt Mitte August/ September. In diese Zeit fällt die Vermehrungsphase, die Jungköniginnen schlüpfen und auch  die männlichen Hornissen (die Drohnen aus unbefruchteten Eiern). Jetzt setzt der Niedergang des Volkes ein, die Arbeiterinnen kümmern sich vorzugsweise um die neuen Geschlechtstiere und vernachlässigen die alte Königin. Nach der Paarung mit den Drohnen suchen sich die begatteten Jungköniginnen einen Überwinterungsplatz. Die alte Königin hat schon lange das Nest verlassen und ist gestorben, auch die Drohnen sterben, das Nest löst sich auf, die Arbeiterinnen überleben die ersten Fröste nicht. Im nächsten Jahr beginnt der Zyklus neu.

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Hornissen sind besonders gesetzlich geschützt und dürfen nicht getötet werden. Die friedfertigen Insekten vertilgen viele für uns oft lästige Insekten. Sie verteidigen ihr Nest nur in unmittelbarer Nähe, ein Stich ist weniger toxisch als ein Bienenstich (alles andere sind Märchen).