Physiologische Bienenkrankheiten

Ruhr, Dysenterie

Ursache: 
Bei der Ruhr handelt es sich um eine Durchfallerkrankung der Winterbienen, hervorgerufen durch Überlastung der Kotblase. Ruhr kann nicht auf andere Völker übertragen werden, da sie nicht ansteckend ist.

*     häufig in Wintern mit längeren milden Perioden; Volk ist aktiv und zieht mehr Brut auf, verbraucht Futter und kann in der nachfolgenden kalten Periode nicht abkoten

*      größere Störungen:

*      eingedrungene Mäuse

*      Specht

*      Imker

*      Ruhr im Gefolge oder Auslöser anderer Krankheiten (Nosematose, Amöbenruhr, Acariose)

*      Weisellosigkeit

*      ungeeignetes Winterfutter: Waldhonig kandiertes Winterfutter (z.B. Melizitose), schädliche Futterzusätze

*      Überwinterung zu schwacher Völker

Krankheitsbild, Diagnose:

*      Auftreten im zeitigen Frühjahr (Februar, März)

*      stark aufgetriebener Hinterleib

*      Bienenflug auch bei schlechtem Wetter

*      typische braune Kotflecken in und vor dem Stock

*      typische Symptome: Ruhrschorfe: verkotete äußere Zellränder ruhrkranke Bienen koten bei leichter Erschütterung ab stinkender Kot

Auswirkung auf das Bienenvolk:

*      verkotete Waben, vor allem im Bereich des Bienensitzes

*      in schweren Fällen sterben die Bienen

Vorbeugung:

*      nur starke, gesunde Völker einwintern

*      geeignetes Winterfutter verwenden

*      rechtzeitige Wintereinfütterung

*      Vermeidung von unnötigen Störungen während der Winterruhe (Maus- und Spechtschutz)

Behandlung:

*      nur in leichten Fällen sinnvoll

*      Volk in neue Beute mit sauberen Waben umsetzen

*      Verfüttern einer dünnen Zuckerlösung 3:2

*      Volk eng halten

*      Reinigung und Desinfektion der verkoteten Beute durch Abflammen bzw. Auswaschen mit heißer 3%iger Natron- oder Sodalösung

*      verkotete Waben ausscheiden

*      bei stark erkranktem Volk Behandlung unwirtschaftlich

*      wirtschaftlicher: Abtötung des Volkes