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Die Fortpflanzung der Bienen

Im Alter von 4 bis 5 Tagen kommen die Königinnen in die Brunst und fliegen auf ihren Paarungsflügen zu den Drohnensammelplätzen, wo sich die Drohnen verschiedener Völker einfinden. Die Begattung erfolgt in ca. 10 m Höhe. Von den 100 Mio. Spermien, die bei der Begattung in der Vagina der Königin abgelegt werden, werden 6 Mio. Spermien über die Breslausche Samenpumpe in die Samenblase gepumpt und dort gespeichert. Diese ist zur Kühlung von einem Tracheengeflecht umgeben. Die Hoden der Drohnen bestehen aus kammartig angeordneten Hodenschläuchen, in denen bis zu 11 Mio. Spermien produziert werden. Das Kopulationsorgan der Bienen unterscheidet sich von dem anderer Insekten: Der Penis ist weitgehend zurückgebildet, statt dessen ist ein Endophallus in das Innere des Abdomens eingestülpt, der zur Begattung eventeriert wird. Anschließend stirbt der Drohn.

 

Königin

Drohn

Königin und Drohn während des Paarungsaktes.

Weibliche Geschlechtsorgane:

Eierstock (Ovar): 2 Bündel von je ca. 180 Eischläuchen (Ovariolen), münden in die paarigen Eileiter (laterale Ovidukte). Die paarigen Eileiter vereinigen sich zum mittleren Eileiter, der in die Scheide (Vagina) einmündet, über diesem sitzt die Samenblase (ca. 1 mm Durchmesser, speichert ca. 5-6 Millionen Spermien). Der Samenblasengang besitzt einen Schließmuskel, so dass wahlweise befruchtete und unbefruchtete Eier abgelegt werden können (ca. 2-5 Spermien pro Ei, nur ein Samenkern kommt zur Befruchtung. Scheidenklappe am Eingang zum mittleren Eileiter. Stachel: ohne Widerhaken.

Männliche Geschlechtsorgane:

Hoden (paarig) im vorderen Rückenbereich. Die Samenbildung ist beim schlüpfenden Drohn abgeschlossen. Die Samenfäden treten während der ersten 8 Lebenstage in die Samenblässchen und machen dort einen Reifungsprozess durch. Ein Drohn erzeugt durchschnittlich ca. 1,7 μl Sperma mit bis 15 Millionen Spermien.

Fortpflanzungsorgane und Paarungsbiologie

Im Mittelteil des Samenleiters münden die paarigen Schleimdrüsen. Der zähe Schleim wird bei der Paarung nach dem Sperma ausgestoßen und bildet eine Art Verschlussmaterial. Im unteren Abschnitt mündet der Samenleiter (Spritzkanal) in den komplizierten  Begattungsschlauch (Penis), der bei der Paarung  ausgestülpt wird. Die Funktion der nach innen eingestülpten Anhänge (Hörnchen, Federanhang), ist noch nicht endgültig aufgeklärt. Die Innenwand des Begattungsschlauchs ist chitinisiert. Im Bulbus-Abschnitt liegen verdickte Chitinplatten, die sich beim Ausstülpungsvorgang während der natürlichen Paarung von der Haut ablösen und als  Begattungszeichen ausgestoßen werden.

Paarungsbiologie:

Königin: erste Ausflüge am 5. Lebenstag, zunächst Orientierungsflüge von 5-10 Minuten Dauer,  zwischen 12.00 und 17.00 Uhr. Ab 15°C. Paarungsflüge von 20 Minuten bis zu einer Stunde,  zwischen 13.00 und16.00 Uhr. Die Brunstdauer dauert bis 6 Wochen (Rassenunterschiede). Reifung der Drohnen: etwa nach dem 12. Lebenstag abgeschlossen. Drohnen fliegen etwa zwischen 14.00 und 16.00 Uhr, durchschnittlich erfolgen 3 Ausflüge von durchschnittlich 20-27 Minuten Dauer. Anzahl der Gattendrohnen pro Königin: 9-25. Die Königin nimmt pro Copula 10-11 Millionen Spermien auf, pro Paarungsflug 70-100 Millionen. Der Samen wird in den Eileitern zwischengelagert. Nach Füllung der Samenblase mit ca. 5-7 Millionen Spermien wird der Überschuss ausgeschieden.